Radelbare Großgemeinde St. Ruprecht 

Die SÖG fordert ein Gesamtkonzept für eine „Radelbare Großgemeinde“, die vielfältige Aspekte berücksichtigen soll, wie z.B. Anregungen zur Attraktivierung des Radfahrens, Schaffen von Voraussetzung für Radrouten, die die einzelnen Ortsteile von St. Ruprecht miteinander, aber auch mit Gleisdorf und mit Weiz verbinden. Gleichzeitig soll es Anreize für Menschen geben, die einen besseren Zugang zum Öffentlichen Verkehr hätten, wenn sie die entsprechenden Haltestellen in angemessener Zeit zurücklegen können. Meist sind es Kurzstrecken, die leicht mit dem Fahrrad zurückzulegen wären, wenn es „wetterfeste“ Radabstellplätze gäbe. 

Dazu hat die SÖG den „Bohnenstarken Radfahr-Leitfaden“ ausgearbeitet:

Radelbare Großgemeinde St. Ruprecht / Raab

 

Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen. Der Klimawandel fordert ökologische und wirtschaftliche Maßnahmen, viele Menschen leiden unter den Folgen von Bewegungsmangel und unser Verkehrssystem ist überlastet und führt zu Verschlechterung von Luftgütewerten. Gleichzeitig steigt der Wunsch nach leistbarer, individueller Mobilität.

Das Fahrrad als Verkehrsmittel hilft bei der Lösung dieser Herausforderungen und hat acht konkrete Nutzen:

 

1. Radfahren braucht wenig Platz für Fahrspuren und Parkplätze.

2. Auf Kurzstrecken ist das Rad ein schnelles und unkompliziertes Verkehrsmittel.

3. Im Vergleich zur individuellen Motorisierung ist Verkehrsinfrastruktur fürs Rad sehr kostengünstig.

4. Regelmäßiges Radfahren fördert Gesundheit und Wohlbefinden.

5. Der Umstieg aufs Radfahren spart Treibhausgasemissionen und verbessert die Luftqualität.

6. Radfahren verursacht kaum Lärm.

7. Radfahren ist kostengünstig und ermöglicht es vielen Menschen, selbstständig unterwegs zu sein.

8. Radfahren schafft Arbeitsplätze in Tourismus und Fahrradfachhandel („Bikeonomics“).

Studienergebnisse

Laut der Studie „Österreich unterwegs 2013“ sind 43 Prozent aller alltäglichen Autofahrten kürzer als fünf Kilometer, zwei Drittel aller PKW-Wege sind immer noch kürzer als zehn Kilometer. Im ländlichen Raum ist der Anteil des Radverkehrs an der Gesamtanzahl an Wegen allerdings rückläufig. Kinder und Jugendliche haben sehr häufig ein Fahrrad, mit Beginn der Volljährigkeit sinkt die Attraktivität des Radfahrens und steigt erst ab einem Alter von 35 - 40 Jahren wieder an. Zukünftig immer wichtiger für den Verkehr wird die ältere Generation ab 65 Jahren, die immer mobiler wird.

 

Erreichbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel durch Fahrräder

Im ländlichen Raum ist der Zugang zum Öffentlichen Verkehr oft ein Problem, wenn die relevanten Haltestellen nicht in angemessener Zeit erreicht werden können. Hier kann das Radfahren Abhilfe schaffen. Erreicht man zu Fuß in 15 Minuten durchschnittlich nur Haltestellen in einem Umkreis von rund einem Kilometer, sind es mit dem Fahrrad knapp 3 Kilometer und mit dem Elektro-Fahrrad bereits mehr als 4 Kilometer. Um im ländlichen Raum davon profitieren zu können, ist eine Voraussetzung, dass genügend und sichere, möglichst wettersichere Abstellanlagen an den Bahnhöfen und Haltestellen zur Verfügung stehen. Auch die Möglichkeit einer Radmitnahme im Öffentlichen Verkehr ist vorteilhaft.

 

Wann kommt das Fahrrad zum Einsatz?

Das Fahrrad wird vielseitig eingesetzt: 25 % der Radwege werden berufsbedingt, ca. 33 % zum Einkaufen oder für private Erledigungen genutzt und fast 40% sind Freizeit- oder Besuchswege. Österreichweit werden jährlich 900 Mio. Kilometer in der Freizeit mit dem Fahrrad zurückgelegt! Pkws und der Öffentlicher Verkehr werden häufiger für regelmäßige Wege zum Arbeits- oder Ausbildungsplatz genutzt.

 

Potentiale und Umweltaspekte

Wie hoch ist das Potential für den Radverkehr und welche Umweltauswirkungen haben mögliche Verlagerungen hin zum Rad? Innerhalb der Distanz von 5 Kilometern liegen 83% der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege der ÖsterreicherInnen, mehr als ein Viertel ist zwischen 2,5 und 5 Kilometer lang, 57% liegen in einer Distanz von unter 2,5 Kilometern. Bis zu 5 Kilometer können also tatsächlich häufig – wenn keine anderen Gründe dagegensprechen – mit einem Fahrrad bewältigt werden. Andererseits ist nur etwa jeder neunte Weg mit dem Fahrrad zwischen 5 und 10 Kilometer lang, für diese Distanz könnten aber zukünftig Elektrofahrräder zum Einsatz kommen.

 

CO2-Ausstoß und Einsparungspotential

Laut Umweltbundesamt werden pro Person und Jahr im Alltagsverkehr in Österreich (ohne Flugverkehr) 1,8 Tonnen direkte und indirekte CO2-Emissionen verursacht, das entspricht rund 14 Mio. Tonnen CO2 in Österreich pro Jahr. Mehr als zwei Drittel entfallen auf den Pkw-Verkehr. Auf Grund der längeren Strecken und unterschiedlicher Verkehrsmittelwahl sind diese Emissionen in ländlichen Regionen höher als in den Städten.

Für die vorsichtige Berechnung des Verlagerungspotentials vom Pkw auf das Rad wird angenommen, dass rund 16% der Pkw-Wege hin zum Rad verlagert werden können, weil oftmals andere Gründe gegen einen Wechsel vom Pkw auf das Rad sprechen.

Radelbare Großgemeinde St. Ruprecht / Raab

St. Ruprecht bekennt sich zur „Fahrradfreundlichen Gemeinde“. Damit dieses Bekenntnis aber auch gut nachvollziehbar und sichtbar für die Bevölkerung wird, bedarf es allerdings noch eines gemeinsamen Gesamtkonzeptes der Gemeinde unter der Beteiligung von Experten, Gewerbetreibenden rund um das Fahrrad, des Tourismus und der hier lebenden Menschen.

Die aktuelle Radfahrsituation in der Großgemeinde bedarf einer intensiven Auseinandersetzung mit modernen Sicherheitsaspekten. Dazu gehört die Planung von Kanaldeckeln quer zur Fahrtrichtung und die Umsetzung abgeschrägter Gehsteige. Bei der neuen Fünfingerstraße sind wenige Elemente und diese nur mit Nachdruck durch die SÖG umgesetzt worden. Trotzdem gibt es aber auch wieder 90° Grad Kanten, die eine erhöhte Sturzgefahr darstellen.

Mehr Sicherheit für das Miteinander im Verkehr bieten 30 km Zonen bzw. Mehrwegstreifen.

Für den Radverkehr zwischen Ortschaften muss ebenfalls das Sicherheitsbewusstsein erhöht werden. Das sollte durch Sensibilisierungsmaßnahmen von Autofahrern erreicht werden, wie z.B. Schilder mit Radfahrsymbolen, die vermehrt auf Radfahrer aufmerksam machen. Weitere Maßnahmen sind in unserem Leitfaden (siehe weiter unten) beschrieben. 

 

Eine bohnenstarke Radfahr-Vision

Innerhalb der Dorf- und Stadtzentren der Großgemeinde müssten Voraussetzungen für eine radfreundliche Mobilität geschaffen werden und eine sichere, radelbare Verbindung zwischen den Dorf- und Ortskernen geschaffen werden.

Wir möchten dazu motivieren, den täglichen Individualverkehr – speziell für kurze Strecken – vom Auto auf das Fahrrad zu verlagern und Attraktivitätsvoraussetzungen für eine Freizeitgestaltung unter Einbindung des Fahrrades schaffen. Die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel wird bereits von der Gemeinde gefördert: für Zugkarte mit Fahrradmitnahme gibt es 25 % Zuschuss für die Halbjahres- und Jahreskarte.

Innerhalb der Großgemeinde St. Ruprecht an der Raab gibt es bereits einige Radrouten und -rundwege. Der R11 allerdings fristet ein jämmerliches Dasein. Zu den Rad- und Wanderwegen sind in unserem Gemeindegebiet direkt beim Tourismusverband oder im Internet erhältlich.

In der Gemeinde gibt es auch schon etablierte Radfahr-Gruppen, wie z.B. die Senioren-Radfahrer der FC Donald. Dieses Beispiel hat sicher Vorbildwirkung auch für andere Bevölkerungsgruppen, sobald es die richtigen Voraussetzungen für die „Radelbare Gemeinde St. Ruprecht“ geben wird.

Es fehlt jedoch an einem Gesamtkonzept, die uns unsere Flüsse Raab und Weizbach wieder als Lebensadern erschließt. Deswegen sollte der Radweg nach Weiz so lang als möglich am Weizbach führen und der Radweg nach Gleisdorf so lange als möglich an der Raab. Das wäre kein großer Umsetzungsaufwand und hätte sowohl für die Bevölkerung als auch für den radfahrenden Tourismus große Anziehungskraft. Für so manche Radfahrer sind die zu überwindenden Höhenmeter nach Etzersdorf-Rollsdorf ein Hindernis. Mit einer dort installierten e-Bikestation ist die Auflademöglicheit nach dem Hügel auch ein willkommenes Angebot, um in der Zwischenzeit die schöne Ortschaft zu erkunden.

Nicht immer nehmen diese Radwege Rücksicht auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Radfahrer-Zielgruppen. So mancher Radverkehr ist auf die Benutzung von Landstraßen angewiesen, viele Radfahrer fühlen sich dort nicht sicher genug und für so manch Rad fahrende Familie mit Kleinkindern oder auch Senioren ist dadurch der Bewegungsradius sehr eingeschränkt.

Bohnenstarke Haltestellen

Wettersichere Radabstellplätze im öffentlichen Raum und Abstellanlagen an Bahnhöfen und Haltestellen sind ein unbedingtes Muss. Hier ist der SÖG Vorschlag für eine überdachte Haltestelle mit Sitzplätzen in tollem „Bohnenstark-Design“ mit Wiedererkennungswert.

 

Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen. Der Klimawandel fordert ökologische und wirtschaftliche Maßnahmen, viele Menschen leiden unter den Folgen von Bewegungsmangel und unser Verkehrssystem ist überlastet und führt zu Verschlechterung von Luftgütewerten. Gleichzeitig steigt der Wunsch nach leistbarer, individueller Mobilität.

Das Fahrrad als Verkehrsmittel hilft bei der Lösung dieser Herausforderungen und hat acht konkrete Nutzen:

 

 

Bohnenstarker Leitfaden

Im Folgenden sind SÖG Anregungen zur Attraktivierung des Radfahrens in Form eines Leitfadens zusammengefasst, die für die Großgemeinde St. Ruprecht in einer gemeinsamen Anstrengung über alle politischen Fraktionen hinweg leicht umsetzbar wären.

Gesund.Umwelt.Lebensfreude - Das SÖG Team möchte mit euch gemeinsam die Zukunft der Großgemeinde St. Ruprecht / Raab gestalten. Die „Radelbare Großgemeinde St. Ruprecht / Raab“ ist eines der geplanten Projekte.

 

Termine

01.10.2020

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03.10.2020

SÖG Flohmarkt in St. Ruprecht

18.10.2020

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