Kinderspielplätze in der Großgemeinde St. Ruprecht

Die SÖG fordert die Umsetzung des Projektes der „Spielbaren Großgemeinde“, in der die Spielplätze der jeweiligen Ortschaften saniert, unter naturnahen Aspekten erweitert und auf die Bedürfnisse einer modernen Gesellschaft adaptiert werden. 

Für die Projektplanung hat die SÖG einen entsprechenden Leitfaden erarbeitet und in groben Zügen die aktuelle Situation der Spielplätze in der Großgemeinde St. Ruprecht mit Fotos dokumentiert und nach bestimmten Kriterien beurteilt:

 

In der Großgemeinde St. Ruprecht wohnen mittlerweile 5.200 Menschen, Tendenz rasch steigend. Wir sind verpflichtet, den Menschen, die hier wohnen, eine lebenswerte Zukunft und eine lebenswerte Umwelt zu bieten. Daher ist es wichtig, sich vor allem auch mit den Bedürfnissen unserer Kleinsten zu beschäftigen und einen Blick auf die aktuelle Situation der Spielplätze in den Ortschaften werfen.

 

Vom Spielplatz zum Lernraum

 

Spielplätze sind Lebens- und Lernräume unserer Kinder, deshalb sollten wir der Sanierung, Modernisierung und Erweiterung bestehender Spielplätze große Aufmerksamkeit schenken. Dabei sollen nicht nur die Aspekte rund um die Spielgeräte betrachtet werden, sondern auch wie man Spielräume gestaltet, um Kindern die Natur zu begreifbar zu machen. Moderne gelungene Spielplätze beziehen neue Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen in die Planung mit ein.

 

Welche Vorgaben gibt es für Spielplätze?

 

In Österreich gibt es kein allgemeingültiges Kinderspielplatzgesetz. Gesetzliche Bestimmungen zum Thema Spielplatz und Spielgerät sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Die entsprechenden Regelungen sind in Landesgesetzblättern, ergänzenden Verordnungen und Bauordnungen der einzelnen Bundesländer enthalten.

Soweit es landesrechtliche Vorschriften für öffentliche Spielplätze gibt, regeln deren Bestimmungen die Verpflichtungen des Spielplatzhalters und Spielplatzbetreibers (meistens die Gemeinde). Detaillierte Anforderungen und Anleitungen zur Spielplatz– und Spielgerätethematik sind in verschiedenen Normen enthalten. Im Hinblick auf Haftungsfragen sind sowohl Normen als auch die Regelungen der Verkehrssicherungspflicht relevant. So werden zum Beispiel in den Planungsrichtlinien für Spielplätze (ÖNORM B 2607) Lage, Größenbemessung, Förderung des Naturerlebens, Barrierefreiheit, Bepflanzung, Wege, Sonnenschutz, Umgang mit Wasser, Gestaltungshinweise für einzelne Spielbereiche, Flächenbedarf und Einzugsbereich für Spielplätze geregelt. Die Verkehrssicherungspflicht erläutert Sicherheitsvorgaben für die Errichtung, den Betrieb und die Abschirmung nach außen (Straßen).

 

Welche Anforderungen muss ein Spielplatz erfüllen?

 

Moderne gesellschaftliche Ansprüche beinhalten das Miteinbeziehen von Jugendlichen und Erwachsenen in die Gestaltung von wohlüberlegten Spiel- und Bewegungsräumen. Entsprechende Normen definieren verschiedenste Qualitätskriterien für einen zeitgemäßen Spielplatz.

Dazu gehören:

 

1. Naturnahe Gestaltung des Spielgeländes

2. Spielplatzgestaltung unter Berücksichtigung der verschiedenen Altersgruppen

3. Spielplatz als Erholungs- und Kommunikationsraum für Erwachsene

4. Nutzungsoffene Freiflächen zum Laufen, für Ball- oder Gruppenspiele

5. Spielangebote und Spielgeräte mit hohem Spielwert

6. Barrierefreiheit

7. Hygiene auf dem Spielplatz (Sauberkeit, Abfalleimer, WC, Wasserentnahmestelle, etc.)

 

Die Verpflichtungen eines Spielplatzbetreibers

 

Der Spielplatzbetreiber ist für die Sicherheit am Spielplatz verantwortlich. Dazu gehört die Bereitstellung normgerechter Spielgeräte und die regelmäßige visuelle Inspektion (einmal / Woche), die operative Inspektion (alle 1 - 3 Monate), die jährliche Hauptinspektion und die Wartung der Geräte und Böden.

 

Wo drückt der Schuh?

 

Um einen Überblick zu schaffen, ist das SÖG Team in alle Gemeindeteile ausgerückt und hat die aktuelle Situation aller öffentlichen Spielplätze mit Fotos erfasst (siehe weiter unten). Dabei sieht man auf den ersten Blick, dass viele der oben angeführten grundsätzlichen Anforderungen nicht erfüllt sind und dringend einer größeren Anpassung an moderne Standards erfordern.

Kinderspielplatzkriterien Großgemeinde St. Ruprecht
Kinderspielplatzkriterien.pdf
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Spielbare Großgemeinde St. Ruprecht / Raab

 

Wir treten dafür ein, dass die Spielplätze in den jeweiligen Ortschaften saniert, unter naturnahen Aspekten erweitert und auf die Bedürfnisse einer modernen Gesellschaft adaptiert werden. Dafür wollen wir das Projekt „Spielbare Großgemeinde St. Ruprecht“ starten. Zu allererst soll eine lückenlose Bestands- und Zustandserhebung mit Schwerpunkt (für welche Altersgruppen: 0-6, 6-12, 12-18) aller öffentlichen Spielplätze innerhalb des Ortsgebietes erfolgen. In der Vorbereitungsphase soll eine übergreifende Arbeitsgruppe aus Gemeindevertretern, Eltern, Kindern und Jugendlichen aus den jeweiligen Ortschaften gegründet werden. Dazu werden nach Bedarf Experten hinzugezogen. Im Folgenden sind die einzelnen Projektphasen in Form eines Leitfadens angeführt:

Vorbereitung

Bestandserhebung als Ausgangsbasis Anzahl, Verteilung und Schwerpunkt (für welche Altersgruppen) der Spielplätze innerhalb der Großgemeinde, Bewertung des aktuellen Zustands
Einrichtung der Arbeitsgruppe Kinder, Jugendliche, Eltern, Gemeindevertreter, sonstige Interessenten
Grundstückskriterien Bestehende, zu erweiternde oder auch zusätzliche Grundstücke: Lage, Erreichbarkeit, Größe, Einfriedung, Klärung Eigentumsverhältnisse
Festlegen der Zielgruppe je Spielplatz Nur für bestimmte oder alle Altersgruppen, wie groß ist das zu erwartende Wachstum der jeweiligen Zielgruppe (Familienzuwachsraten)
Festlegung des finanziellen Rahmens Arbeitskosten, Materialkosten, Erhaltungskosten
Einbeziehung von Experten Planer, Baufirmen, Raum- bzw. Gartengestalter, Spielgerätefirmen, Experten für Partizipationsprojekte

Planung

Informationsveranstaltung Grundlegende Information zum Projekt mit Möglichkeit zur Stellungnahme
Bedarfserhebung / Ideensammlung Gemeinsame Besprechung der Planer mit Spieleplatzhalter, Eltern, Jugendliche und Kindern bis hin zu intensiver Partizipation
Planung / Konzept Erarbeitung des Spielplatzkonzeptes auf Basis von Ideen und Vorschlägen: Bestandsplan, Vorentwurf, Diskussion und Überarbeitung / Verfeinerung, Ausführungsplanung
Zeitplan / Arbeitsplan / Materialienliste Projektplanung: Zeitrahmen, Arbeitsschritte, Materialmengen
Kostenschätzung Angebotseinholung auf Basis der Projektplanung, Gesamtkostenaufstellung
Begleitende Öffentlichkeitsarbeit Infoveranstaltungen an Schulen und Kindergärten, Medieneinbindung

Umsetzung

Organisation der Materialien Möglichst Verwendung regionaler Ressourcen
Ausstecken am Gelände Richtpflöcke für naturnahe Gestaltung
Umsetzung mit Professionalisten Baggerarbeiten, Transporte, Lieferung und Montage der Spielgeräte, Gartengestaltungsarbeiten
Arbeitseinsätze mit Freiwilligen Eltern, Jugendliche und Kinder mit gut organisierten und vorbereiteten Arbeitseinsätzen in die Umsetzungsarbeiten einbeziehen (Bsp.: Gehölzpflanzungen, Geländefeinmodellierung, Begrünung, Sitzplatzerrichtung, Ausgestaltung von Wasserspielbereichen)

 Betrieb

Instandhaltung Visuelle Routine-Inspektion, operative Inspektion, jährliche Hauptinspektion
Pflege Mäharbeiten, Gehölz- und Baumschnitt, Abfallentsorgung, Nachfüllen von Spielmaterialen

Termine

01.10.2020

SÖG informiert

03.10.2020

SÖG Flohmarkt in St. Ruprecht

18.10.2020

Maronibraten am Weidendom

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